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Exklusiver Praxis-Test: Aldi life eBooks


Posted on: Oktober 12th, 2016 by linkhero
 

Über eine Million eBooks bietet Aldi life eBooks schon zum Start an. Dazu gibt es Apps für Smartphone und Tablet.

Geht’s um eBooks und eBook-Reader, denken viele zunächst an die beiden Platzhirsche im Lande: In Deutschland haben derzeit Amazon und die Tolino-Allianz (unter anderem Telekom, Thalia, Hugendubel, Weltbild und Libri) die Nase vorn. Nun stößt ein dritter Konkurrent dazu: Aldi! Der Discounter steigt ab sofort ins eBook-Geschäft ein. Zum Start gibt’s nicht nur einen eBook-Online-Shop mit umfangreichem Sortiment, sondern auch ein Medion-Tablet als Lesegerät. COMPUTER BILD nahm exklusiv beide Angebote unter die Lupe.

Zum Start macht Aldi alles richtig: Die eBook-Lese-App lässt sich bequem bedienen, der Kauf von eBooks gestaltet sich problemlos. Mit seinem eBook-Angebot dürfte Aldi den etablierten Buchshops gehörig einheizen, zumal Aldi schon eine eingeführte Marke ist und Millionen Kunden hat, die man unter anderem in den Filialen für das eBook-Angebot begeistern kann.

Pro

  • über 1 Million eBooks verfügbar
  • App für alle Systeme
  • komfortable Bedienung
  • gute Kopierschutz-Lösung

Einschätzung der Redaktion

gut

Einstieg leicht gemacht

Der eBook-Shop ist nicht das erste digitale Unterhaltungsangebot von Aldi. Seit einiger Zeit gibt es mit Aldi life Musik bereits einen Streamingdienst, den der Discounter gemeinsam mit Napster betreibt. Zudem bietet Aldi einen hauseigenen Fotoservice und mit Aldi Talk auch einen Mobilfunktarif an. Zum Start von Aldi life eBooks stehen über eine Million digitale Bücher und Comics zum Download bereit – inklusive aller Bestseller, versichert Aldi. Alle namhaften deutschen Verlage sind mit an Bord. Wer also auf der Suche nach dem neuen „Harry Potter“ oder den aktuellen Titeln von Jojo Moyes, Frank Schätzing oder Charlotte Link ist, wird bei Aldi life eBooks fündig. Allerdings nicht zum Discount-Preis: Die Buchpreise macht nicht Aldi, sondern der jeweilige Verlag – es gilt die Buchpreisbindung.

Apps für alle Systeme

Der Zugang zu Aldi life eBooks klappt per Smartphone-/Tablet-App oder über den Webbrowser. Die App gibt’s für Android, iOS und Windows Mobile. Um eBooks zu kaufen, ist eine (kostenlose) Registrierung bei Aldi life erforderlich – bei der übergeordneten Plattform, die neben dem Musik- auch das eBook-Angebot bereithält. Über Aldi life geht’s zum eBook-Online-Shop mit den digitalen Büchern im ePUB-Format. Die gekauften Titel wandern in eine Cloud, von wo sie sich auf jedes Gerät laden lassen, das mit dem Aldi-life-Konto verknüpft ist. Die Bezahlung erfolgt per PayPal, Kreditkarte oder mit einem sogenannten Guthaben-Bon. Das ist ein Aldi-Kassenzettel mit Guthaben-Code. Den gibt’s an jeder Aldi-Kasse zu kaufen – ideal etwa als Mitbringsel oder Geschenk.

» Test: Android-Tablet Medion E6912

iOS: eBook-Kauf über Umwege

Sowohl unter Android als auch Windows Mobile lassen sich neue eBooks direkt aus den jeweiligen Aldi-Lese-Apps kaufen und auf das Gerät laden. Das klappt unter iOS nicht: Wer über iPhone oder iPad ein neues eBook erwerben möchte, muss hierfür die Lese-App verlassen und den Aldi-Buchshop über einen Browser aufrufen. Das hat einen einfachen Grund: Jeder direkte Verweis in einer iOS-App auf ein kaufbares Produkt spült Apple 30 Prozent des Erlöses in die Kasse. Klar, dass die beteiligten Verlage das gern vermeiden würden. Aus demselben Grund bieten Tolino und Amazon unter iOS lediglich Lese-Apps ohne integrierte Kaufmöglichkeit an.

Aldis eBook-App macht Spaß

Die Aldi-Lese-App überzeugte im Praxis-Test auf Anhieb. Die Bedienung ist kinderleicht und erfolgt intuitiv; binnen weniger Minuten hat der Nutzer die wichtigsten Funktionen im Griff. Auf dem Smartphone oder dem Tablet reicht ein Wisch nach links oder rechts, um zu blättern. Ein Fingertipp in die Mitte des Displays ruft eine Bedienoberfläche auf, die an das iPod-Clickwheel von Apple erinnert. Über die lassen sich unter anderem Schriftart, Randabstände, Helligkeit oder Farbe der Seiten (Weiß, Schwarz, Grau, Sepia) einstellen. Fährt der Leser zwei Finger auf dem Display auseinander oder zusammen, vergrößert beziehungsweise verkleinert er die Schrift automatisch und passt sie dem Bildschirm an.

Gute Kopierschutz-Lösung

Prima: Mit Aldis eBook-System lassen sich mehrere sogenannte Adobe-IDs verwalten. Über den von Adobe entwickelten Kopierschutz wird der eBook-Leser als rechtmäßiger Besitzer des Buches identifiziert. Dank der Multi-ID-Funktion bei Aldi lassen sich so auch eBooks, die der Nutzer nicht über den Buchshop des Discounters gekauft hat, nachträglich mit dem Aldi-Konto verknüpfen und anschließend über die Aldi-App lesen.

Das Medion-Tablet E6912 verfügt über einen speziellen Lesemodus. Der spart Energie und soll so die Akkulaufzeit deutlich erhöhen.

Eingebaute Gedächtnisstütze

In der Aldi-Lese-App lassen sich auch Lesezeichen setzen. Praktisch: Markieren Sie etwa am Smartphone eine Seite mit einem Lesezeichen und lesen Sie das Buch später auf einem anderen Gerät weiter, zum Beispiel auf einem Tablet, wird das Lesezeichen wieder aufgerufen – die Aldi-Cloud synchronisiert automatisch sämtliche Einstellungen über alle Geräte hinweg. Voraussetzung: Alle Geräte sind mit demselben Aldi-life-Konto angemeldet.

Androide als eBook-Reader

Auch das passende Gerät zum eBook-Angebot gibt es bei Aldi: Parallel zum Start des eBook-Angebots bieten Aldi Nord und Süd das kompakte Medion-Android-Tablet E6912 an – für 129 Euro. Das gibt’s in den Nord-Filialen zum Launch des eBook-Angebots und solange der Vorrat reicht. Aldi Süd plant, das Tablet dauerhaft ins Sortiment aufzunehmen. Das Tablet liegt ab 20. Oktober in den Regalen des Discounters – an diesem Tag öffnet auch der eBook-Shop.

 

Fazit: Aldi life eBooks

Zum Start macht Aldi alles richtig: Die eBook-Lese-App lässt sich bequem bedienen, der Kauf von eBooks gestaltet sich problemlos. Mit seinem eBook-Angebot dürfte Aldi den etablierten Buchshops gehörig einheizen, zumal Aldi schon eine eingeführte Marke ist und Millionen Kunden hat, die man unter anderem in den Filialen für das eBook-Angebot begeistern kann.

Erstmals veröffentlicht:

www.computerbild.de/artikel/cb-Tests-App-Check-Aldi-life-eBooks-16457205.html


 
 
 

Urheberrecht

Was für Software gilt, gilt noch lange nicht für andere digitale Waren. Bei E-Books und Hörbüchern darf der Weiterverkauf von Downloads untersagt werden.

Anbieter von E-Book- und Hörbuch-Downloads dürfen den Weiterverkauf der Dateien untersagen. Ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm vom Mai 2014 ist jetzt rechtskräftig geworden. Wie der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am Donnerstag bestätigte, nahm der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. seinen Einspruch gegen die Entscheidung des OLG, eine Revision nicht zuzulassen, zurück. Die Verbraucherzentrale hatte gegen den Online-Händler buch.de geklagt, der das Verbot des Weiterverkaufs in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen verankert hat. (BGH AZ: I-ZR 120/14, OLG Hamm AZ: 22 U 60/13)

Das nun rechtskräftige Urteil sei ein wichtiges, positives Signal, hieß es in einer Mitteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Entstehung eines „Gebrauchtmarktes“ für E-Books und Hörbücher könne weder im Sinne der Autoren, Verlage und Händler noch der Kunden sein. Der Primärmarkt für digitale Inhalte würde in einem solchen Fall völlig zusammenbrechen. „Im Gegensatz zu gedruckten Büchern können digitale Bücher praktisch unendlich vervielfältigt und weitergegeben werden, zudem nutzen sie sich nicht ab. Welchen Grund gäbe es, das Original zu kaufen, wenn es eine riesige Auswahl identischer, aber günstigerer Kopien gibt?“, fragte der Börsenverein.

Software ist ein spezieller Fall

Ebenso hatte das OLG Hamm argumentiert. Nach Ansicht der Richter unterliegen aus dem Internet heruntergeladene Audio-Dateien und deren Kopien der Regelung von Paragraf 19 des Urheberrechtsgesetzes. Demnach bleibt das „Recht der öffentlichen Zugänglichmachung“ auch nach dem Download beim Urheber. Anders als bei gedruckten Büchern oder CDs ende das Verbreitungsrecht des Urhebers nicht mit dem Verkauf, urteilten die Richter.

Der Gesetzgeber unterscheide zudem bewusst zwischen Computerprogrammen und anderen digitalen Dateien. Beim entsprechenden Paragrafen 69a-g des Urheberrechtsgesetzes handele es sich „um eine ganz spezielle, maßgeschneiderte Lösung exakt für und nur für Computerprogramme …, die nicht analogiefähig ist und es auch nicht sein soll“. Die Entscheidung des EuGH (C 128/11), wonach Software ohne Zustimmung des Herstellers weiterverkauft werden darf, betreffe Software und nicht andere digitale Produkte, insbesondere nicht Multimediadateien, speziell Hörbücher. „Ausgehend von den vorstehenden Ausführungen lassen sich die Spezialregelungen für Software nicht generalisieren“, schrieb das Gericht.  (fg)

 

www.golem.de/news/urheberrecht-e-book-anbieter-duerfen-weiterverkauf-von-dateien-untersagen-1408-108879.html

www.golem.de/